Bestätigung der PatVerfü durch den Bundesgerichtshof

Ein neu­er Be­schluss des BGH ist ei­ne groß­ar­ti­ge Be­stä­ti­gung für die recht­li­che Bin­dung und Wirk­sam­keit der Pat­Ver­fü: Der Be­schluss mit dem Ak­ten­zei­chen XII ZB 604/15 vom 8.2.2017 ist hier ab­zu­ru­fen.

Die zwei fol­gen­den Zi­ta­te aus die­sem BGH Be­schluss ent­spre­chen ge­nau un­se­rer Rechts­auf­fas­sung des Pa­ti­en­ten­ver­fü­gungs­ge­set­zes. Wir nut­zen das Ge­setz seit 2009 mit der Pat­Ver­fü, so dass gilt: Geis­tes­krank? Ih­re ei­ge­ne Ent­schei­dung!

Ent­hält die schrift­li­che Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung ei­ne Ent­schei­dung über die Ein­wil­li­gung oder Nicht­ein­wil­li­gung in be­stimm­te ärzt­li­che Maß­nah­men, die auf die kon­kret ein­ge­tre­te­ne Le­bens- und Be­hand­lungs­si­tua­ti­on zu­trifft, ist ei­ne Ein­wil­li­gung des Be­treu­ers, die dem be­treu­ungs­ge­richt­li­chen Ge­neh­mi­gungs­er­for­der­nis un­ter­fällt, in die Maß­nah­me nicht er­for­der­lich, da der Be­trof­fe­ne die­se Ent­schei­dung selbst in ei­ner al­le Be­tei­lig­ten bin­den­den Wei­se ge­trof­fen hat. Dem Be­treu­er ob­liegt es in die­sem Fall nach § 1901 a Abs.1 Satz 2 BGB nur noch, dem in der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung nie­der­ge­leg­ten Wil­len des Be­trof­fe­nen Aus­druck und Gel­tung zu ver­schaf­fen (Se­nats­be­schluss BGHZ 202, 226 = Fam­RZ 2014, 1909 Rn. 13 f.).

und

Un­mit­tel­ba­re Bin­dungs­wir­kung ent­fal­tet ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung im Sin­ne des § 1901a Abs. 1 BGB nur dann, wenn ihr kon­kre­te Ent­schei­dun­gen des Be­trof­fe­nen über die Ein­wil­li­gung oder Nicht­ein­wil­li­gung in be­stimm­te, noch nicht un­mit­tel­bar be­vor­ste­hen­de ärzt­li­che Maß­nah­men ent­nom­men wer­den kön­nen (Se­nats­be­schluss BGHZ 2 02, 226 = Fam­RZ 2014, 1909 Rn. 29). Ne­ben Er­klä­run­gen des Er­stel­lers der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung zu den ärzt­li­chen Maß­nah­men, in die er ein­wil­ligt oder die er un­ter­sagt, ver­langt der Be­stimmt­heits­grund­satz aber auch, dass die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung er­ken­nen lässt, ob sie in der kon­kre­ten Be­hand­lungs­si­tua­ti­on Gel­tung be­an­spru­chen soll (vgl. MünchKommBGB/Schwab 7. Aufl. § 1901a Rn.19, 22). Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung ist nur dann aus­rei­chend be­stimmt, wenn sich fest­stel­len lässt, in wel­cher Be­hand­lungs­si­tua­ti­on wel­che ärzt­li­che Maß­nah­men durch­ge­führt wer­den bzw. un­ter­blei­ben sol­len (vgl. BeckOK BGB/G. Mül­ler [Stand: 1. No­vem­ber 2016] § 1901a Rn. 9).