PatVerfü verfassen

Hier zei­gen wir Ih­nen, wie Sie eine Pat­Verfü auf­set­zen kön­nen. Auch wenn es schnell ge­hen soll, sind den­noch vor­her ei­nige Dinge zu be­ach­ten, da­mit der Ein­satz der Pat­Verfü auch zum ge­wünsch­ten Er­folg führt.

Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit als Vor­aus­set­zung

Eine Pat­Verfü ist – wie jede an­dere Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung auch – nur dann ge­richt­lich un­an­fecht­bar, wenn sie im Zu­stand der Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit ver­fasst wurde. Wir emp­feh­len des­halb drin­gend die Ein­ho­lung ei­nes ärzt­li­chen At­tests, das Ih­nen Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit be­schei­nigt.

Diese Emp­feh­lung gilt auch dann, wenn Ih­nen zum Zeit­punkt Ih­rer Un­ter­schrift un­ter das Do­ku­ment durch eine psych­ia­tri­sche Dia­gnose Ihre Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit be­reits ab­ge­spro­chen wor­den sein sollte. Für sol­che Si­tua­tio­nen emp­feh­len wir au­ßer­dem die Teil­nahme am PatVerfü-Club, wo er­fah­rene PatVerfü-Nutzer mög­li­cher­weise Rat ge­ben kön­nen, wie den­noch ge­hol­fen wer­den kann. Mehr dazu im Hand­buch.

Ri­si­ken be­den­ken

Eine Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung birgt auch Ri­si­ken. Bitte be­den­ken Sie, dass Ihre Wil­lens­er­klä­run­gen hin­sicht­lich me­di­zi­ni­scher wie auch psych­ia­tri­scher Maß­nah­men, die in Ih­rer Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung fest­ge­hal­ten sind, auch zu un­er­wünsch­ten Kon­se­quen­zen im Falle ih­rer An­wen­dung füh­ren kön­nen, de­rer Sie sich be­wusst sein soll­ten. Ei­nige der Fra­gen, die in die­sem Zu­sam­men­hang auf­tre­ten kön­nen, be­han­delt der Text „Kon­se­quen­zen be­den­ken“ im Hand­buch. Es gilt aber auch: eine Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung kann je­der­zeit münd­lich wi­der­ru­fen wer­den.

Vor­sicht bei Än­de­run­gen am Mus­ter­for­mu­lar!

Für ei­nen zu­ver­läs­si­gen Schutz vor psych­ia­tri­schem Zwang müs­sen alle Ele­mente des For­mu­lars er­hal­ten blei­ben. Aus­nahme: Sie kön­nen be­lie­bige Än­de­run­gen an Teil C) vor­neh­men oder die­sen Ab­schnitt gänz­lich strei­chen, wenn Sie die Pat­Verfü nur zum Schutz vor psych­ia­tri­schen Zwang, nicht aber für Zu­stim­mung oder Ab­leh­nung an­de­rer me­di­zi­ni­scher Maß­nah­men ver­wen­den wol­len.

„Ein biss­chen Zwang“ gibt es nicht.

Alle recht­li­chen Re­ge­lun­gen, die psych­ia­tri­schen Zwang er­mög­li­chen, kön­nen nur auf Men­schen an­ge­wen­det wer­den, bei de­nen eine „psy­chi­sche Er­kran­kung“ fest­ge­stellt wurde. Eine Ver­wei­ge­rung auch und ge­rade von Un­ter­su­chun­gen und Dia­gno­sen ist des­halb ent­schei­dend. Falls Sie dar­auf ver­zich­ten, wer­den Sie sich spä­ter in al­ler Re­gel nicht mehr aus­su­chen kön­nen, wann was mit Ih­nen ge­macht wird. Ihre Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung würde in ih­rem Kern ge­schwächt oder ver­löre so­gar ganz ihre Wirk­sam­keit.

Rechts fin­den Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Ver­fas­sung ei­ner Pat­Verfü. Wenn Sie diese ab­ge­ar­bei­tet ha­ben, emp­feh­len wir Ih­nen un­sere Ge­brauchs­hin­weise, die wir im Ar­ti­kel Pat­Verfü im Ein­satz für Sie zu­sam­men­ge­stellt ha­ben.

Schritte zum Ver­fas­sen ei­ner Pat­Verfü

1. PatVerfü-Formular her­un­ter­la­den

Das PatVerfü-Formular steht Ih­nen für den pri­va­ten Ge­brauch kos­ten­los im PDF- oder RTF-Format zur Ver­fü­gung. Wenn Sie nur we­nige Er­gän­zun­gen (per­sön­li­che Da­ten, Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tigte) vor­neh­men möch­ten, emp­feh­len wir den Aus­druck der PDF-Datei und das hand­schrift­li­che Ein­tra­gen der Än­de­run­gen. Für um­fang­rei­chere Än­de­run­gen des For­mu­lars la­den Sie bitte die RTF-Datei her­un­ter und öff­nen Sie sie mit ei­nem Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm (z.B. Open­Of­fice Wri­ter, Mi­cro­soft Word).

PatVerfü-Formular (PDF)
PatVerfü-Formular (RTF)

2. For­mu­lar aus­fül­len

Im ein­fachs­ten Fall müs­sen Sie nur ihre per­sön­li­chen Da­ten (Name, An­schrift, Te­le­fon o.ä.) und die Da­ten der von Ih­nen vor­ge­se­he­nen Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tig­ten ein­tra­gen. Wenn Sie keine Ver­trau­ens­per­son als Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tig­ten be­nen­nen kön­nen, dann las­sen Sie den Ab­schnitt leer, be­den­ken aber bitte, dass Sie dann mit dem Ri­siko ei­ner von ei­nem Ge­richt be­stimm­ten recht­li­chen Be­treu­ung le­ben müs­sen. Nä­he­res zur Wahl von ge­eig­ne­ten Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tig­ten fin­den Sie im Hand­buch.

Sie kön­nen auch um­fang­rei­che An­ga­ben in Ihre Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung auf­neh­men. Zum Bei­spiel kön­nen Sie ver­schie­dene Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tigte mit ver­schie­de­nen Auf­ga­ben be­trauen oder Sie kön­nen de­tail­lierte An­wei­sun­gen zu nicht-psychiatrischen me­di­zi­ni­schen Maß­nah­men ma­chen, wie z. B. Vor­sorge für den Fall ei­nes Wach­ko­mas tref­fen, Schmerz­mit­tel­ver­gabe wäh­rend des Ster­be­pro­zes­ses usw.

Aus­führ­li­che Er­läu­te­run­gen und Hil­fe­stel­lun­gen für das Aus­fül­len des For­mu­lars fin­den Sie im Hand­buch.

3. For­mu­lar un­ter­schrei­ben

Wenn Sie das For­mu­lar voll­stän­dig aus­ge­füllt und noch ein­mal auf Rich­tig­keit über­prüft ha­ben, müs­sen Sie es nur noch mit An­gabe des Or­tes und des Da­tums un­ter­schrei­ben.

4. Pat­Verfü auf­be­wah­ren

Sie selbst und auch die von Ih­nen be­nann­ten Vor­sor­ge­be­voll­mäch­tig­ten be­nö­ti­gen je­weils eine ei­gene Aus­fer­ti­gung Ih­rer Pat­Verfü im Ori­gi­nal. Ein Ori­gi­nal wird die Pat­Verfü durch ihre per­sön­li­che Un­ter­schrift, es darf keine Ko­pie der Un­ter­schrift sein! Ihre ei­gene Pat­Verfü be­wah­ren Sie am bes­ten zu­sam­men­ge­fal­tet in Ih­rer Brief­ta­sche auf, um sie stets zur Ver­fü­gung zu ha­ben.

5. Vor­sor­ge­voll­macht re­gis­trie­ren

Die Vor­sor­ge­voll­macht sollte im Zen­tra­len Vor­sor­ge­re­gis­ter an­ge­mel­det wer­den. Da­mit wird die Exis­tenz Ih­rer Vor­sor­ge­voll­macht of­fi­zi­ell und es wird si­cher­ge­stellt, dass je­des Ge­richt je­der­zeit er­mit­teln kann, ob für Sie eine Vor­sor­ge­voll­macht exis­tiert. Eine aus­führ­li­che An­lei­tung für den An­mel­de­vor­gang ha­ben wir für Sie auf der Seite Pat­Verfü re­gis­trie­ren zu­sam­men­ge­stellt.

6. Emp­feh­lung: Ärzt­li­ches At­test be­sor­gen

Wir emp­feh­len drin­gend, sich zeit­nah zur Un­ter­zeich­nung der Pat­Verfü ein ärzt­li­ches At­test zu be­sor­gen, das die ei­gene Ge­schäfts­fä­hig­keit (und da­mit au­to­ma­tisch auch die Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit) be­stä­tigt. Am si­chers­ten ist es, erst den Ter­min beim Arzt wahr­zu­neh­men und di­rekt im An­schluss zu un­ter­schrei­ben. Da­mit wird ver­hin­dert, dass im Nach­hin­ein be­haup­tet wer­den kann, der Ver­fas­ser sei zum Zeit­punkt sei­ner Un­ter­schrift un­ter die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung nicht ge­schäfts­fä­hig ge­we­sen, seine Pat­Verfü sei des­halb un­gül­tig und hätte keine recht­li­che Wir­kung.